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Warum Grillen kein Essen ist (Aus dem Archiv – die meistgelsenen)

Ich bin ja schon froh, dass Karneval vorbei ist. Jetzt muss ich kein Bier mehr trinken, keine schreckliche Karnevalsmusik hören und keine Süßigkeiten mehr futtern. Aber jetzt steht eine ganz andere Bedrohung vor der Tür. Es wird wärmer und man kann wieder im Garten sitzen. Und wenn Mann vorschlägt, dass er heute mal kocht, kann das nur eins bedeuten: Er will wieder grillen.

Grillen und grillen sind ja zwei grundlegend unterschiedliche Dinge. Man kann sich einen Vormittag Zeit nehmen, schön einkaufen und dann das Grillen vorbereiten: Pizzabrotteig kneten, Kräuter ernten, Gemüsepäckchen wickeln, Fleisch marinieren, Salate zaubern, Fisch in Folie schlagen, Zucchini in Knoblauch und Öl einlegen… Gegen Abend kann man dann anfangen zu grillen. Am besten auf dem neuen Gasgrill, da kann man die Temperatur super regulieren und die Sachen, die man grillt, werden genau so, wie man es will und schmecken. Oder man knallt auf den ekeligen, stinkenden Kohlegrill ein Würstchen und macht ein Bier auf und nennt es Essen.

Ich hab ja nicht mit dem Rauchen aufgehört, um mir jetzt doch noch mit dem verkohlten Ding, das früher mal ein Nürnberger gewesen sein soll, Krebs einzuhandeln.

Wenn das Grillen vorbei ist, dann bin ich ja noch lange nicht raus aus der Nummer. Schon wieder vergessen, das Schlafzimmerfenster zu schließen? Na, dann, gute Nacht. Das ganze Zimmer ist verräuchert. Und wenn unser Zimmer stinkt, dann die der Nachbarn bestimmt auch. Und die Klamotten! Man kann nach dem Grillen direkt die Maschine anwerfen.

Aber Hauptsache Mann sitzt zufrieden grunzend vor dem Luftverpester und freut sich. Als Strafe gibt es morgen Salat! Ohne Fleisch!

 

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4 thoughts on “Warum Grillen kein Essen ist (Aus dem Archiv – die meistgelsenen)
  • Melanie Sollner sagt:

    Ich bin ja der Meinung, dass „richtiges“ Grillen nur auf Kohle geschehen kann. Einen Gasgrill kann doch jeder bedienen, der sich durch die Bedienungsanleitung gelesen hat und dann evtl. weiß, welchen Knopf er / sie drücken bzw. drehen muss.
    Anders ein Kohlegrill: Erst das Anzündholz klein machen, anzünden,Kohle bzw. Briketts nach einem jahrelang ausgetüftelten Plan schichten, wedeln-hoffen-warten, das sich eine weiße Ascheschicht bildet und dann der Moment des „Auflegens“. Herrlich
    Gegartes (nicht verbranntes) Essen vom offenen Feuer weckt in mir kindliche Pfadfinder Gefühle, die ich nicht eintauschen möchte gegen geruchsneutrales Gasgegrilltes.
    Lieben Gruß
    Melle

  • admin sagt:

    Mein Mann sagt gerade: Tausche Gasgrill gegen Melle.

  • Tim sagt:

    Natürlich bekommst du auf diese freche Behauptung eine Antwort und natürlich muss ich dir widersprechen. Allerdings muss ich gestehen, dass ein Fünkchen Wahrheit in deinen Worten steckt, nämlich das Grillen und grillen von Grund auf verschieden sind. Zum einen Grillen kleine Tierchen die man meistens zirpend in hohen Gräsern antrifft, zum anderen ist grillen ein geselliges zusammentreffen von Freunden um Neuigkeiten bzw. lustiges auszutauschen. Evtl. ist bei so einem Treffen Bier im Spiel, jedoch hatte ich schon lange bevor ich Bier trank Spaß am grillen. Natürlich kann man Salate machen oder Irgendetwas in Irgendetwas einlegen, aber wieso diese Zeit in der Küche verschwenden, wenn man diese auch draußen in der Sonne verbringen kann? Zudem muss hier auch einiges getan werden. Wahrscheinlich muss zunächst der Grill entrümpelt werden und in die richtige Position gerückt werden. Als nächstes muss die Kohle mit feinster Präzision vorbereitet und entzündet werden, das erfordert viel Erfahrung, Geduld und Liebe zum Detail. Nach dieser körperlichen und mentalen Höchstleistung hat man sich erstmal eine Pause verdient, denn es muss gewartet werden bis die Kohle „soweit“ ist. Es ist eine Art Eingebung, die den Grillmeister durchfährt, mit anderen Worten er erhebt sich und verkündet frohe Botschaft. Evtl. könnte man durch einen Knopfdruck beim Gas“grill“ das Warten umgehen, aber sind wir mal ehrlich, wie würde das Fleisch ohne den Rauch Einfluss und den alten Fettresten am Rost schmecken? Ich weiß es nicht, denn ich habe es noch nicht ausprobiert. Aber ich weiß, dass Fleisch auch ohne Salat schmeckt und deshalb nutze ich die Zeit am liebsten draußen.

    Gruß Tim

    P.S.: Am Ende ist mir aufgefallen, dass du doch Recht hast und grillen kein Essen ist… Es ist viel mehr als nur ein Essen.

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