Keine Sau liest meinen Blog

Mit einem Löffelchen voll Zucker…

Es gibt Situationen, die sich so unglaublich skurril entwickeln, dass man sich ständig umguckt. Aber bei der folgenden Begebenheit haben wir wirklich gründlich geguckt und sie nicht gefunden – die versteckte Kamera.

Es ist schon etwas her. Zu dieser Zeit habe ich mich noch in Meetings rumgedrückt, mit Kundinnen telefoniert und Projekte aufgesetzt. Eine dieser Kundinnen, nennen wir sie Frau K., hat uns in großer Runde (IT, Bereichsleitung, Teamleitung, Vertrieb) eingeladen, um das neue Projekt mit ihr zu besprechen. Sie war noch ziemlich jung und neu im Job und hatte zur großen Freude meines damals Nochnichtehemannes einen „reizenden“ Sprachfehler. So wollte sie das neue Projekt z.B. nicht planen, sonder eher blahhhnen.

Als wir nun mit fünf Vertretern unseres Unternehmens in der Firmenzentrale des Auftraggebers angekommen waren, wurden wir in einen Konferenzraum geführt. Dort war auch bereits alles gewissenhaft eingedeckt: Kekse, Kaffee, Tassen, Zuckertöpfchen, Milchkännchen. Wir wurden freundlich von unserer Kundin begrüßt und sie forderte uns auf, uns zu bedienen. Als mein Kollege nun das Zuckertöpfchen seiner Bestimmung zuführen wollte, stellte er fest, dass dieses leer war und fragte die Kundin, ob sie wohl noch etwas Zucker hätte. Daraufhin entschuldigte sie sich, nahm das Zuckertöpfchen und verließ den Konferenzraum, um Zucker zu holen.

Und dann passierte – NICHTS. Nach zwanzig Minuten war es dann soweit, es geschah: NICHTS. Fast eine Stunde saßen wir fünf im Konferenzraum und Frau K. blieb verschwunden. Wir machten Witze, aßen die Kekse und tranken schon mal Kaffee. Ohne Zucker, versteht sich. Als Frau K. dann nach einer nicht enden wollenden Wartezeit wieder in den Raum eintrat, entschuldigte sie sich und witzelte, sie sei eben ins Dorf runtergelaufen, um Zucker zu kaufen.

Wir lachten alle höflich und einigten uns darauf, dass wir nun endlich beginnen könnten, die Projektparameter durchzusprechen. Zuvor stellte Frau K. allerdings die verhängnisvolle Frage, ob sie wohl das Milchkännchen bekommen könne. Mein Kollege D. S. (liebe Grüße von hier aus) reichte mir mit einem zuvorkommenden „Bitteschön!“ zur Weitergabe an Frau K. das Milchkännchen. Aber nicht nur das. Er reichte mir mit einem zuvorkommenden und überaus hinterhältigen „Bitteschön!“ das inzwischen LEERE Milchkännchen. Ich nahm es, stotterte und stammelte, dass die Milch nun auch leer sei und ob wir überhaupt noch so viel Zeit hätten auch noch neue Milch zu holen. Zu unser aller Erleichterung entschied sich Frau K. allerdings, ihren Kaffee ausnahmsweise ohne Milch zu genießen und beglückte uns mit einer ca. 2,5-stündigen Firmenpräsentation ihres Unternehmens. Auf halber Strecke wünschten wir uns alles schon, sie hätte doch besser noch Milch geholt.

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