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Event-Theater

Einige Freundinnen und ich gehen regelmäßig im Bürgerhaus Bergischer Löwe ins Theater. Ich kann das nur empfehlen! Die Vorstellungen sind wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie, was man bekommt. Grandiose Aufführungen wie „Die Buddenbrooks „, „One flew over the cuckoo’s nest“ oder „Tannöd“ wechseln sich übergangslos mit langweiligen oder gar gruseligen Werken wie „Das Leben des jungen Werther“ oder „La Strada“ ab. Einige tun nicht weiter weh und viele sind überraschend gut.

Das Schönste am Bergischen Löwen ist allerdings, dass fast jedes mal etwas Überraschendes passiert. In unserer Buddenbrook-Vorstellung z.B. waren die Erben gerade dabei sich kurz vor Ende in Rage zu spielen. Jan-Hinnerk Arnke schrie, spuckte und spielte mit vollem Körpereinsatz und maßlos überzeugend Wut und Zielstrebigkeit. Wir waren alle voll in seinem Bann, als wir knapp hinter uns ein Röcheln vernahmen. Kurze Zeit später rief die Sitznachbarin der Röchlerin durch den Saal: „Wir brauchen einen Arzt! Ist hier ein Arzt?“. Wie in einem Traum, in dem man das Klingeln des Weckers einfach mit einbaut, dachten wir zuerst, diese Einlage gehöre zum Stück. Aber dann wurde das Saallicht eingeschaltet und das Sanitäterteam holte eine betagte Dame aus der Reihe. Später stellte sich heraus, dass diese nur eingeschlafen war. Als ihr Kopf nach hinten fiel, begann sie dann lautstark zu schnarchen. Das Erstaunlichste war allerdings, dass die Schauspieler auf die Bühne kamen und sagten, sie würden uns das Ende nicht vorenthalten wollen. Alle erwarteten nun, dass die letzte Szene komplett wiederholt werden würde, damit der Schauspieler Zeit bekäme, sich wieder in seine Gemütslage hineinzuversetzen. Falsch gedacht. Er ging auf seinen Platz und setzte nahtlos dort wieder an, wo er aufgehört hatte. Es dauerte keine Sekunde, da hatte er den gesamten Saal wieder eingefangen und wir durften das Ende genießen. Großes Kino!

Im Laufe unserer Theaterbesuche wurden die Vorstellungen bereits drei weitere Male durch Arztkonsultations-Gesuche unterbrochen. Das mag an der etwas gehobenen Altersstruktur in diesem Theater liegen. Vielleicht sollten wir uns in 50 Jahren alle im Bergischen Löwen verabreden, ein schönes Stück aussuchen und unser gemeinsames Ableben vollziehen. Wer ist mit dabei? Gibt es schon Themenvorschläge? Tod und Teufel? Oder eine schöne Marquez-Inszenierung: Die Chronik eines angekündigten Todes?

Ich hab eine Doodle-Liste angelegt:

http://doodle.com/w23964e4uwb53y87

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