Keine Sau liest meinen Blog

Biddeschöhhhnnn!!!

Jetzt kriegt sie mal wieder der Rheinländer. Ich bin als Immi hier zwar so langsam angekommen, aber einige Verhaltensweisen gehen mir immer noch ab. Der Rheinländer hat die unhöflichste Freundlichkeit, die man sich vorstellen kann. Da ist die norddeutsche kalte Schulter ein Sonnenscheinchen dagegen. Ein Beispiel.

Wir gehen in Köln bei Real einkaufen und voller Freude entdeckt mein damaliger Lebensgefährte, dass an der Imbisstheke halbe Hähnchen käuflich zu erwerben sind. Also bestellt er ein solches, um es zu Hause als Mittagessen zu verspeisen. Anstatt dem Wunsch meines Freundes nachzukommen, bleibt die Verkäuferin starr auf ihrem Platz stehen, guckt ihn mit einem Blick an, mit dem man hätte eine heiße Pizza schockgefrieren lassen können und schreit ihn plötzlich auf astreinem Kölsch an: „Das kost aver drei achzischsch!!!“ Hinreichend betroffen blickt mein Mann die Verkäuferin an und wiederholt kleinlaut seine Bestellung. Sie rührt sich immer noch nicht von der Stelle. Noch lauter und noch weniger freundlich brüllt die Dame hinter der Theke zurück: „Das kost aver drei achzischsch!!!“, und schaut als wolle sie sagen: „Ja, will er denn gar nicht verstehen?“ Nach dem dritten Versuch einer Bestellung merkt sie, dass es wohl nötig ist, uns Unwissende zu belehren: „Das kost drei achzischsch!!! Wenn se zwei nehme dann kost das nur 7!!!“

Als wir der freundlichen Mitarbeiterin dann noch erklärten, dass wir aber keine zwei Halben Hähnchen aufessen würden, daher lieber nur eines nähmen, haben wir uns dann als völlige Idioten geoutet. Aufgewühlt durch unsere Starrhalsigkeit und Uneinsichtigkeit packt sie dann doch ein Halbes Hähnchen in eine Tüte und kassiert kopfschüttelnd ab. Was soll man da noch sagen? Wir hätten ja so viel Geld sparen können! Nicht mal rechnen können wir.

Wir haben einige Zeit gebraucht, um das Geschehene zu verdauen. Schließlich wird man ja nicht alle Tage von einer Hähnchen-Bräterei-Fachverkäuferin angeschrien. Aber je länger wir hier unten leben, desto klarer wird uns: Die Dame hatte es nur gut gemeint! Sie wollte uns ja nur vor dem bösen Erwachen bewahren. Fürderhin versuchen wir uns also all der gutgemeinten Angebote zu erwehren: „Nimm 17, zahl 16“ oder „1 mal tanken und 1 Jahr umsonst Die moderne Hausfrau lesen“. Aber, man meint es ja nur gut.

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