Keine Sau liest meinen Blog

Warum auch immer

Wir waren Campen, und es war so schön. Vor allem, weil ich wieder unglaublich viel Stoff für meinen Blog gefunden hab. Es war ja schon zu Pfingsten, aber ich musste mich mental erst wieder regenerieren, bevor ich anfangen konnte zu schreiben. Der Campingplatz, auf dem wir Pfingsten verbracht haben, liegt in Bollendorf.

Zum Frühstück konnte man auf dem Platz käuflich Brötchen erwerben. Oder so etwas Ähnliches. Ob die Brötchen noch frisch waren, bevor man eine halbe Ewigkeit anstand, weiß wohl niemand. So konnte man auf jeden Fall eher die Duschen damit putzen, als sie zu essen. Die Duschen hätten es auch dringend notwendig gehabt. Wir wollten nicht kochen, wir wollten jeden Tag im campingplatzeigenen Restaurant essen gehen. Oder was von der Pommesbude holen. Ging aber nicht, hatte beides noch nicht auf. Kochen ging aber auch nicht, weil es in dem Laden am Platz Kekse und sonst gar nichts zu kaufen gab. Aber es ist ja auch schwierig zu kochen, wenn man kein Wasser am Wohnwagen hat. Also sind wir dann notgedrungen an den freiliegenden Stromkabeln auf dem Kinderspielplatz vorbei raus in die City von Bollendorf.

Die Lage des kleinen Dörfchens verspricht eigentlich gemütliche Terrassen, gute Weinlokale, französisch angehauchte Küche. Pustekuchen. Im ersten Restaurant, das draußen groß mit frischem Spargel und Erdbeeren warb, ereignete sich direkt nach Betreten folgender Dialog:

Bedienung: „Möchten Sie etwa auch was trinken?“

Wir: „Ja, und auch gerne etwas essen.“

Bedienung: „Essen haben wir nicht.“

Wir (machten das einzig Sinnvolle, was man in so einer Situation tun kann): „*Schweigen*“

Bedienung: „Wir haben nur zu unseren Events Essen.“

Wir: „Aha, können Sie uns ein anderes Restaurant empfehlen?“

Bedienung: „Nein.“

Und sie hatte verdammt noch mal recht. Das nächste Restaurant, das wir aufsuchten, hatte erlesene Speisen, wie Bauernfrühstück und Strammen Max auf der Karte. Unter „Regionale Spezialitäten“ fand man auch das heißbegehrte Wiener Schnitzel. Natürlich vom Schwein, was man aber erst auf Nachfragen hin erzählt bekommt. Und der Name „Bei Anni“ ließ wirklich kulinarische Köstlichkeiten vermuten. Wenn man sowas mag. Bratkartoffeln mit Cognac-Geschmack, weil die Pfanne zwischendurch nicht gespült wurde. Spiegelei mit Hundehaaren drauf. Fast sterneverdächtig.

Der ehemalige Besitzer der Hundehaare streunte mit seinem guten Meter Widerristmaß unangeleint durch den Biergarten. Um meinem Sohn zu zeigen, wie man sich verhält, wenn man auf fremde Hunde trifft, fragte ich also die Bedienung, ob er den Hund streicheln dürfe. Die Antwort fiel mit: „Lieber nicht, an schlechten Tagen schnappt der schon mal zu, vor allem bei Kindern“, eher ernüchternd aus. Wir aßen schnell noch nicht auf und verließen die Lokalität. Wenn Ihr jemals in die Verlegenheit kommt, in Bollendorf zu stranden, dann lauft! So schnell Ihr könnt! Es ist kulinarisches Ödland!

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