Keine Sau liest meinen Blog

Leni

Vor kurzem habe ich uns ja schon mit dem Thema befasst, was passiert und wie es sein wird, wenn die lieben Kleinen gar nicht mehr so lieb und klein sind, wenn sie Pickel kriegen, anfangen zu stinken und sich in ihre Schlafhöhlen verkriechen. Als ich in der Pubertät war, habe ich vor allem durch Literatur und Musik versucht, meinen Unmut und meine Rebellion auszudrücken. Ich habe alles gelesen und alles gehört, was meine Eltern in Angst und Schrecken versetzte. Stephen King, Charles Bukowski, Donatien Alphonse François Marquis de Sade. Mal sehen, was meine Kinder mir literarisch noch so auftischen werden. Aber bei der Musik habe ich mich in Sicherheit gewähnt. Was sollen die schon hören, was mich erschüttert? Meine Audiothek umfasst alles! Ich höre Klassik, Opern, Jazz in Maßen, Rock, Pop, Einstürzende Neubauten, sogar Heavy Metall kommt mir ab und an unter. Aber wenn ich mir die Aufzählung ansehe, dann fehlt da doch etwas in meiner Sammlung. Aus gutem Grund. Ich kriege Plack, wenn ich Volksmusik oder Schlager höre. Bis gestern dachte ich mir noch: Aber das werden mir meine Kinder doch nicht antun!

Aber auf der Fahrt zurück aus unserem Urlaub hat es mich eiskalt erwischt. Im Radio haben sie Auszüge der Siegesfeier in Berlin anlässlich der gewonnenen WM gespielt. Gerade wollte ich wegen dieses gruseligen Liedes umschalten, als meine Tochter rief: „Das Lied mag ich! Kann man das kaufen? Wer singt das?“ Also hörte ich kurz zu und musste ihr atemlos erklären, dass es sich hierbei wohl um Helene Fischer handeln müsse. Hiermit möchte ich mich ganz herzlich bei meinen Eltern für meine Pubertät entschuldigen, ihnen versichern, dass ich an der schrecklichen Musik, die ich mir bis heute in ohrenbetäubender Lautstärke reinpfeife, gereift und gewachsen bin und werde nun mit hoch erhobenem Haupt bei Amazon die Helen-Fischer-CD für meine Tochter bestellen.

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2 thoughts on “Leni
  • Stephanie Wacker sagt:

    Liebe Tinka,
    ich habe da einen Vorschlag für Dich, damit Du es aushälst. Obwohl; man sagt ja, dass man manches nur oft genug hören muss, damit es einem gefällt. Oder singen. Aber für Helene trifft das nicht zu, das weiß ich. So jetzt mein Tipp: Wenn Ihr aus den Kinderzimmer ein Jugendzimmer macht, dann würde ich schon mal anfangen Eierkatons zu sammeln.

    Stephie

  • […] höre viel Musik. Fast alle Richtungen. (Hier mehr dazu!) Während ich schreibe, läuft Bowie. Ich höre Radio im Auto, iPod in der Küche, auf dem Rechner […]

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